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„Ich habe erst vor kurzem gelernt, mich als Ostdeutsche zu empfinden und mich auch als solche zu bezeichnen. Ich will vorerst bewusst in diesen Ost-West-Kategorien denken. Denn wenn ich das nicht täte, würde ich auch nicht darüber nachdenken, woher ich eigentlich komme, wo meine Wurzeln sind und welche Erfahrungen ich gemacht habe.“ - Juliane Cieslak, aufgewachsen in Seifhennersdorf
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"Vor rund 40 Jahren sind zehntausende Menschen aus ganz pragmatischen Gründen nach Hoyerswerda gekommen. Die wollten eine Arbeit und eine Wohnung. Heute fällt es vielen paradoxerweise sehr schwer, die Abwanderung ihrer Nachfolger, also ihrer Kinder und Enkel, nicht nur ohnmächtig als Verlust, sondern als Teil ihrer eigenen Geschichte anzuerkennen." - Michael Hacker, aufgewachsen in Hoyerswerda
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"Obwohl mir die guten Gründe bewusst sind, die es gab, vor Jahren aus der Uckermark wegzugehen, gibt es da noch einige Anker für mich, zum Beispiel meinen Vater. Heimat ist für mich heute etwas, wo ich immer wieder gerne hinschaue, aber nicht so recht weiß, was ich damit anfangen soll." - Sebastian Hirsch, aufgewachsen in Schwedt
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"Es gibt in jeder Lebensphase prägende Menschen. In der Zeit der Transformation, in meiner Kindheit und Jugend, waren es für mich meine Großeltern. Sie haben mir bei den vielen Um-, Ein- und Aufbrüchen einen Ort der Sicherheit und der Kontinuität gegeben." - Adriana Lettrari, geboren in Neustrelitz, aufgewachsen in Rostock
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"Durch die Krisenerfahrungen während und nach dem gesellschaftlichen Umbruch, habe ich nicht automatisch irgendwelche Kompetenzen mit auf den Weg bekommen. Ich denke, wenn man offen ist und ein gewisses Reflexionsvermögen besitzt, dann wird man sich dadurch aber trotzdem gestärkt fühlen." - Isabel Hempel, aufgewachsen in Jena und Hofheim/Taunus

Dritte Generation Ostdeutschland
seit 2012

Sie sind um 1980 herum in der DDR geboren und bezeichnen sich als Dritte Generation Ostdeutschland. Die Umbruchserfahrungen der Friedlichen Revolution und der deutschen Wiedervereinigung, die ihre Biografien bis heute prägen, möchten sie in die aktuellen gesellschaftlichen Debatten einbringen. Dabei wollen sie sich eine emphatische Haltung bewahren, denn es geht um ihre Heimat. Gleichwohl pochen sie auf eine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte und der Gegenwart - aus ostdeutscher Perspektive, über die verschiedenen Generationen hinweg.