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Blütezeiten: Bernsteine
seit 2014

„Rund zwanzig Jahre lang existierte in einem der alten Tagebaue eine geheime Förderanlage, in der bis zu neunundvierzig Tonnen Bernstein pro Jahr abgebaut wurden. Das Rohmaterial transportierte man größtenteils nach Ribnitz-Damgarten, wo es Spezialisten bearbeiteten und als Ostsee-Bernstein weiterverkauften.

Ein Teil des wertvollen Gesteins allerdings fand seinen Weg zu einem inzwischen pensionierten Schuhmacher, der eine eigene Werkstatt am Stadtrand von B. betrieb. ‚Obwohl die Bergleute alle Genossen waren, haben sie geklaut wie die Raben. Und einige kamen dann regelmäßig zu mir, um sich die Fundstücke, wie sie sie nannten, veredeln zu lassen’, erinnerte er sich. Schmunzelnd erklärte er mir, dass die Schleifmaschinen, die er für die Lederpolitur besaß, bei der Schmuckbearbeitung ebenso gute Dienste leisteten. ‚Sogar den Klunkern, die der VP-Helfer heimlich für seine Damen abgriff, habe ich den letzten Schliff verpasst’, so der Mann. Gänzlich umsonst hätte er seine Dienste und die Maschinen natürlich nicht zur Verfügung stellen können. Und so hütet er bis heute eine beachtliche Sammlung roher und goldklar veredelter Steine.“